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Wein Must-Have

Wer strahlt am hellsten in der Weinwelt? Darauf gibt es naturgemäß keine eindeutige Antwort, stattdessen kluge Bücher zum Thema, Rankings in Fachmagazinen, Diskussionsforen im Internet, gescheite Kollegen ... GourmetReise unternimmt den kühnen Versuch, all diese Meinungen zu addieren und eine Hitliste der Besten zu erstellen; die Preise stammen u. a. aus Auktionskatalogen, von Handelsketten, Internetangeboten und können ganz erheblich nach oben und unten abweichen.

Platz eins Rot, weiß, schäumend und süß – Frankreich zeigt dem Rest der Welt in allen weinigen Spielarten, wo es langgeht. Aus dieser Spitzengruppe ragt ein Haus dann noch einen Kopf höher heraus: Château d’Yquem aus der AOC Sauternes (ca. 30 km südlich der Stadt Bordeaux) verkörpert für alle Experten die absolute Perfektion - auf imposanten 113 Hektar Anbaufläche! Trotz dieser Größe selektionieren die 150 Erntehelfer 6 Wochen lang derart rigoros, dass am Ende jeder Hektar nicht mehr als 1000 Liter süßen Wahnsinn abwirft. Ganz selbstverständlich wird in schwachen Jahren aber schon überhaupt nichts abgefüllt; was übrigens für nahezu alle der hier angeführten Häuser gilt. Auch darum schlägt die Demibouteille vom 1999er mit 300,– Euro zu Buche. Wer sich den 1983er reinpfeifen will, sollte das Zehnfache veranschlagen.

Etwas mehr als das Doppelte von d’Yquem ernten die bestgeschulten Helfer der DRC, das berühmte Kürzel für Domaine de la Romanée Conti. La Romanée wiederum heißt der begehrteste Wein dieses größten Namens im roten Weinuniversum. Er stammt aus einer winzigen Lage, keinen Hektar groß. Höhere Weinmathematik: Wer eine der ca. 6000 Flaschen will, muß um 7000,– Euro 11 andere Lagen mitkaufen – der Preis gilt für aktuelle Jahrgänge.

6 Magnums aus dem großen Jahr 1985 kamen mit 135.000,– Euro unter den Hammer.

Noch ein Hammer! Die DRC hat auch noch Anteile an der teuersten Weißweinlage der Welt – Montrachet heißt dieses Cru, ganz tief im Süden der Côte de Beaune/Burgund. Edeltrinker halten den von Ramonet für den allerbesten. Gereifte Jahrgänge ab 1000,– Euro. Kein Wunder bei den Preisen, die allein für das Grundstück anfallen. 2590 Quadratmeter des kargen, schroffen Weinhügels kosteten schon im Jahre 1978 mehr als 200.000,– Euro, ein Hektar (so er disponibel wäre) im Jahre 1994 sagenhafte 3,5 Mio. Euro.

Wir fliegen in einen Ort östlich von Paris, zu den flotten Bläschen! Krug heißt das edelste aller Champagnerhäuser, das Spitzenprodukt stammt vom Clos du Mesnil, einem 2 ha großem Weingarten inmitten von Häusern und Straßen in der Ortschaft Mesnil-sur-Oger. Für einen 1986er brauchen Sie nicht mehr so tief in die Tasche zu greifen. Online schon gesehen um 223,– Euro.

Legenden kaufen

Als äusserst seriös gelten u. a. folgende Anbieter:

www.christies.com

www.weinauktion.de

www.sothebys.com

www.rare-wine.com

Im Augenblick ist gerade wieder einmal Wirbel im Edelaltwein-Handel angesagt. Hat da ein sehr bekannter deutscher Händler gefälschte Ware in Umlauf gebracht? Ein Urteil steht uns auf keinen Fall zu, die Fachpresse wird schon noch ausführlich über die Reibereien zwischen Käufer und Verkäufer berichten. Reiche Menschen, die sich auf Weinlegenden spezialisiert haben, kaufen weder über ominöse Internetadressen noch bei Menschen ihres Nichtvertrauens. Nicht, dass es nicht genügend vernünftige Weine im Netz oder anderswo gäbe. Aber: Wo bitte war die teure Flasche gelagert (im sonnenerhitzten Schaufenster einer Weinhandlung in Santiago de Chile?), durch wie viele Hände ist sie schon gegangen, wie steht’s mit Füllniveau, Etikett usw. Die Wahrscheinlichkeit, einen sog. Globetrotter (also eine weit gereisten Flasche) zu erwischen, ist ziemlich hoch.

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