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One crazy night in Bangkok

In Thailand gibt es einen wichtigen Grundsatz: Richtig ist, was nach westlichen Gewohnheiten verkehrt ist.
Als Beleg genügt ein einziges, wundersames thailändisches Wort: Es lautet „Muh“.
Wer aus alpinen Regionen kommt, fühlt sich dem Begriff vielleicht schon aus lautmalerischen Gründen verbunden, allein, das Wörtchen Muh steht schlicht für Schweinefleisch und spätestens nach einigen Tagen erscheint einem das als absolut logisch und naheliegend. Denn nirgendwo sonst auf diesem Erdball verwischen die Grenzen zwischen Falschem und Echtem so rasant, so selbstverständlich.
Klar doch, nirgendwo lässt sich das besser erleben als in Bangkok, dieser Mischung aus Babylon, Byzanz und östlichem Big Apple. Eine Metropole, nicht auf Lügen gebaut, sondern auf Illusionen, schönen ebenso wie schmutzigen, erhabenen genauso wie erbärmlichen; ein siedender Topf, dem unentwegt der Deckel wegfliegt. Nur nicht in Richtung des feudalen Königspalastes. Denn bis zum heutigen Tag wird alles unternommen, den wie einen Halbgott verehrten König Bhumpipol (der eigentlich Bhumipon ausgesprochen wird) im guten Glauben zu belassen, in seinem Reich herrsche strenge sittliche Ordnung. Also gibt es auch, offiziell, weder Prostitution noch Drogenhandel; und da legen selbst die thailändischen Brüllaffen ein Schweigegelübde ab.

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Eine Metropole, nicht auf Lügen aufgebaut, sondern auf Illusionen, schönen ebenso wie schmutzi­gen, erhabenen genauso wie erbärmlichen.

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Verehrt, als kleiner König auf Zeit wird natürlich auch jeder Tourist, der ins Land kommt, er erhält seinen virtuellen Glorienschein, sein Krönlein – und mag es noch so schief auf dem Kopf sitzen. Als „farang“ tituliert werden die Reisenden aus dem Westen, das Wort hat mehrerlei Bedeutungen, nicht alle sind schmeichelhaft. Egal. Die „farangs“ kommen, um zu genießen, und dabei sind ihnen keinerlei Grenzen gesetzt.

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