Produkttipp

Foie Gras D'Oie

Ausgewählte Gänsestopfleberstücke werden gewürzt und zu einer feinen Terrine der Qualitätsstufe Bloc verarbeitet.
Ein homogenes Schnittbild und die zart schmelzende Konsistenz zeichnen diese Produkt aus. Ein natürlicher feiner Geschmack, der die Handschrift der Köche Pèrigord trägt. Auch als kulinarisches Präsent ist diese Terrine immer gern gesehen.

Inhalt: 50 g
Preis : EUR 8,70

>>mehr

mail print

Bulliwood Ferran Adriàs Magie

Zischende Dämpfe, feurige Blitze oder wenigstens Unmengen von Schaum stellt man sich vor, wenn man nach einer kleinen Odyssee durch halb Europa endlich vor dem El Bulli steht. Bulliwood, das Geschmackszentrum fast am Ende der Welt. Und was passiert? Nichts. Um halb drei Uhr Nachmittags warten wir wie vor dem Sesam-öffne-Dich, aber erst nach einem sanften Trommelwirbel hört man schlurfende Schritte. Maître Pol, eine junge Ausgabe von Julio Iglesias, steht in der Tür. Ja, Ferran Adrià empfängt uns bald. Das mit den Blitzen wird wohl nur halb so heiß gegessen. Und wahrscheinlich ist der Máximo Líder der Avantgarde ein netter Onkel. Ein sphärisches Kribbeln in der Bauchgegend stellt sich trotzdem ein. Pol gibt noch kurze Kommandos – wie lange wir Zeit haben, was Adrià nicht mag, wie der weitere Zeitplan aussieht.

Wer ist der Mensch? Ein Genie, Surrealist, Handwerker oder ein Besessener? So viel ist über Ferran und seine Magie geschrieben worden, wenn man ihm jetzt die kräftige Hand schüttelt, hat man das Gefühl, Gandalf gegenüberzustehen. Die mystischen Magierblicke auf zahlreichen Covers schießen in das Gedächtnis, aber Ferran schenkt uns ganz unerwartet ein amikales Lächeln. Jekyll und Hyde, böse und gut in einer Person. Und schon sind wir wieder auf der Terrasse, Hydes zugeteilte Zeitportionen sind so exakt wie die Schnitte eines Chirurgen. Nicht eine Sekunde zu viel. „Hallo, ja, ja. Freut mich, bis gleich.“ Die genauen Sitzpositionen für das Interview müssen definiert werden, die Digitalkamera ist im Anschlag. Dann erscheint er wieder. Klein, energisch stehender Haarschopf, mit weißer Kochjacke, ausgebeulten schwarzen Jeans und festen Bergschuhen.

„Molekularküche? Das ist doch Quatsch. Die gibt es gar nicht, nur die Ferran-Küche.“ Schockerlebnis gleich zu Beginn. Erst 2003 habe Adrià begonnen, mit Wissenschaftlern zu arbeiten, die Philosophie wurde vorher entwickelt. Da kommt ein Ferran zum Vorschein, der sein Gegenüber bewusst an den Start schickt. Genauso wie er liebend gerne Geschmackskonventionen völlig umdreht. Wenn man Karamell aus Kürbisöl oder Suppe, die nach Marzipan schmeckt, kostet, wird man zum Kind, das erste Gehversuche unternimmt und auch stolpert. Er weckt Erwartungen, um sie dann in sich zusammenfallen zu lassen wie ein Soufflee. Kein Gang ist das, was er zu sein scheint – genauso wie Ferran selbst. Das ist seine Auffassung von Provokation. Die demonstrativste wäre, sich nackt in das Restaurant zu stellen, sagt er. Stattdessen lässt er bei seinem Menü einfach nur Brot und Butter weg. „Provokativer als manches, was viele dafür halten.“ Der provokationslose Ferran in ihm kocht nur, um sich und damit auch seine Gäste glücklich zu machen. Einsteigen und anschnallen zum Flug in den Outer Space der Kreativität! Man muss nicht verstehen, nur sich fallen lassen. „Kann man einen Sonnenaufgang verstehen?“, fragt Adrià lächelnd.

Das Navigationssystem unseres Leihautos schickte uns einige Male im Kreis, nach zwei Stunden landeten wir schließlich doch in Roses an der Costa Brava, einem kleinen Touristenort Marke norditalienischer Badestrand. Nach einigen Dutzend Haarnadelkurven durch eine atemberaubende Felsenlandschaft blickt man auf die Bucht mit marineblauer Spiegelfläche. Unten angekommen, weist ein braun-rostiges Schild auf die Einfahrt hin. Daneben ein Campingplatz und ein Strand mit grellen Sonnenschirmen, Kühltaschen und eingeölten Sonnenanbetern. Ein seltsamer Gegensatz zu einem Dreisternetempel, aber das passt zum lässigen Understatement des Hauses. Innen wieder diese Ambivalenz. Das Restaurant mit niedrigen Decken, dunklem Holz, gekalkten Wänden, Trödel und Plüsch. Das Logo des Hauses, eine Bulldogge, starrt in Form von Bronzestatuen oder Bildern auf die Zuschauer. „Sehr schlechte Architektur, ein bisschen wie auf Ibiza“, meint Ferran. Lange hat er überlegt, alles zu renovieren. Mittlerweile ist er überzeugt: „Das Essen soll für sich sprechen, der Speiseraum ein modernes Kloster sein.“

5 Dinge, die man über Ferran Adrià wissen sollte

  1. Geboren am 14. Mai 1962 in der Provinz Barcelona.
  2. 1980–1982 lernt in verschiedenen Restaurants die klassische spanische Küche kennen. 1983 kommt er zu einem Praktikum ins El Bulli.
  3. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt er als Küchenchef mit Manager Juli Soler eine eigene El-Bulli-Philosophie.
  4. 1997 erhält das El Bulli seinen dritten Michelinstern.
  5. 2003 ist Ferran Adrià erster Spanier auf dem Cover des New York Time Magazine.

INFO

Adresse: Roses, Cala Montjoi, Tel.: 00 34 972/15 04 57, www.elbulli.com, April bis Oktober offen
reservierungen für das jeweils nächste Jahr können immer Mitte Oktober an bulli@elbulli.com geschickt werden.

7 Fragen an Ferran Adrià

  1. sind ihre Gerichte reine Genieblitze?
    Die Ferran-Küche ist das Ergebnis täglicher harter Arbeit. Die Ideen sind nicht einfach Erleuchtungen.
  2. Wo liegen die Grenzen?
    Es gibt keine, die Grenzen sind die Menschen selbst.
  3. Was essen sie privat?
    Völlig normale Dinge. Was ich hier koche, hat nichts mit meinem Privatleben zu tun. Michael Schumacher fährt auch nicht mit einem Formel-1-Auto auf der Autobahn.
  4. Macht gutes Essen glücklich?
    Gutes Essen nährt die Seele. Und man muss nicht nur mit Provokation glücklich machen, man kann das auch mit Lachen tun.
  5. Wie gross ist der druck, innovativ zu sein?
    Wenn der Druck nicht da ist, gibt es keine Kreativität.
  6. Muss ein koch leidenschaftlich sein?
    Ich bin absolut leidenschaftlich, ein Kreativer muss das sein.
  7. Sind Autos eine Leidenschaft?
    Ich habe keines. Entweder borge ich mir eines oder ich fahre mit dem Taxi. Das ist mein Luxus.
Den ganzen Artikel können Sie im Genießermagazin GourmetReise oder HIER mit Ihrem Member Login nachlesen. Wenn Sie noch kein GourmetReise Member sind, können Sie sich HIER anmelden.